Berliner Energietage 2011 erfolgreich beendet

Berliner Energietage 2011 erfolgreich beendet

Nach drei Tagen mit 44 Fachveranstaltungen schlossen die Berliner Energietage 2011 ihre Tore.

Zufriedene Gesichter bei Teilnehmern, Veranstaltern und Referenten:
Nach einem wahren Veranstaltungsmarathon gingen heute die 12. Berliner Energietage 2011 zu Ende. In lebhaften Diskussionen wurde die gesamte Themenbreite der Felder Energieeffizienz und Klimaschutz diskutiert. Aber die Berliner Energietage wirken nach und sind auch für alle, die nicht vor Ort teilnehmen können, verfügbar.

Öffentliche Beschaffung in Berlin wird klimafreundlich

Berlins Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen – vom Dienstfahrzeug bis zum Bürocomputer – wird umweltfreundlich ausgerichtet. Den bereits in der EU-Notifizierung befindlichen Entwurf der entsprechenden Berliner Verwaltungsvorschrift stellte Umweltsenatorin Katrin Lompscher im Rahmen der Berliner Energietage vor.

Zentrales Element der Verwaltungsvorschrift ist die künftige Pflicht, die sogenannten Lebenszykluskosten bei der Anschaffung von Gütern und Dienstleistungen mit zu berücksichtigen. Als Beispiel nannte Lompscher Busse, deren spritsparende Ausführung zwar ca. 30.000 Euro mehr kostet, die aber über die Nutzungsdauer betrachtet 150.000 Euro spart. Mit einem jährlichen Beschaffungsvolumen des Landes Berlin von insgesamt über 5 Mrd. Euro ist das Land durchaus in der Lage, als Technologietreiber für ökologisch vorbildliche Produkte zu agieren.

Es sei davon auszugehen, dass die Berliner Verwaltungsvorschrift baldmöglichst in Kraft tritt. Hiermit würde die oft reklamierte Vorbildfunktion der öffentlichen Hand real und Berlin auch in diesem Bereich zu einem bundesweiten Vorreiter.

„Neue Strategien im Wärmemarkt – Beschleunigung für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz“

Weit mehr als 200 Teilnehmer informierten sich heute auf den Berliner Energietagen auf einer gemeinsamen Veranstaltung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE aus Freiburg und des BMU über neue Strategien im Wärmemarkt.

In der Veranstaltung wurde zunächst deutlich, dass die ambitionierten Ziele der Bundesregierung in Richtung eines klima-neutralen Gebäudesektors im Jahr 2050 zugleich eine Beschleunigung der Sanierungsrate als auch die Erreichung eines hohen energetischen Standards der sanierten Gebäude erfordern. So läßt sich abschätzen, dass Bestands-Wohngebäude im Jahr 2050 einen mittleren Heizwärmebedarf im Bereich 30-40 kWh pro m2 und Jahr aufweisen müssen.

Aus Sicht der unterschiedlichen Akteursgruppen existieren vielfältige Hemmnisse für eine beschleunigte Umsetzung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen, die entsprechend abgestimmte Maßnahmenpakete aus dem Bereich der Förderung, des Rechtsrahmens aber auch der Information erfordern. Diese Thematik wurde aus der Perspektive der Großstadt München detailliert diskutiert und Lösungsansätze vorgeschlagen.

Interessante Gesichtspunkte lieferte ein Blick in das Nachbarland Schweiz, wo durch eine gemeinsame Anstrengung   der Kantone bereits mehr als 5 % der unsanierten Gebäude  erreicht wurden. Dazu braucht man einfache, leicht umsetzbare und Zielgruppen angepasste Förderprodukte. Interessante Perspektiven zur Deckung der verbleibenden Wärmebedarfe liegen in Wärmenetzen in Verbindung mit solarthermischen Anlagen; hier lohnt sich zum Beispiel ein Blick in das Nachbarland Dänemark, in dem durch regenerative Energie und KWK gespeiste Wärmenetze eine wachsende Bedeutung erlangen.

Denkmalschutz und Klimaschutz: ein unauflösbarer Widerspruch?

Mit einem Appell, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, beschloss Umweltsenatorin Lompscher ihren Vortrag auf dem ImpulsE-Workshop „Denkmalschutz und Klimaschutz: ein unauflösbarer Widerspruch?“. Skeptisch äußerte sie sich hingegen, ob neue gesetzliche Regelungen bei der Auflösung von Interessen- und Zielkonflikten hilfreich sein können.

Der ImpulsE-Workshop zeigte anhand guter Beispiele, dass mit den heutigen modernen Techniken eine wirtschaftlich tragfähige Sanierung von historischen Gebäuden schon möglich ist. Senatorin Lompscher hob hervor, dass diese innovativen Techniken später in der Breite etwa bei der Sanierung von Gründerzeitvierteln Anwendung finden könnten.

Der Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde Steglitz-Zehlendorf, Dr. Jörg Rüter, betonte, dass die EnEV beim baukulturellen Erbe keine bestimmende Rolle spielen dürfe. Schließlich unterlägen lediglich zirka 5 Prozent des Gebäudebestandes Denkmalschutzauflagen. Gleichwohl bestand Einigkeit, dass energetische Verbesserungen Voraussetzung für die weitere Nutzung denkmalgeschützter Gebäude sind. In besonderem Maße betrifft dies den denkmalgeschützten Wohnungsbestand, der ohne Sanierung wegen der hohen warmen Betriebskosten nicht mehr zu vermieten sei, so der Vorstand der GeWoSüd, Norbert Reinelt. Aus seiner Sicht sei es aber notwendig, geschützte Wohnungsbauten nicht nur als Einzelfälle zu betrachten. Gleiche Bau- oder Siedlungstypen müssten in allen Berliner Stadtbezirken auch gleich bewertet werden – dies sei zurzeit jedoch noch nicht Praxis.

Bundesländerstrategien auf dem Weg zur 100%-Erneuerbare-Energie-Region

250 Teilnehmer aus Politik und Wirtschaft diskutierten auf Einladung des Kompetenznetzwerks Dezentrale Energietechnologien und des Umweltbundesamtes, wie Bundesländer die Energiewende vor Ort unterstützen.

Frau Schenk vom Unternehmen Juwi schilderte die unternehmerische Perspektive und Herr Prof. Maslaton gab eine Übersicht über landesplanerische Instrumente. Die anschließende Podiumsdiskussion mit Ministeriumsvertretern aus Brandenburg, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen zeigte, dass auf Landesebene oftmals ambitioniertere Zielsetzungen als auf Bundesebene unterstützt werden, um erneuerbare Energien auszubauen. Instrumente und Förderstrategien sind u.a. rechtliche Rahmenbedingungen, finanzielle Förderungen, Daten- und Informationsgrundlagen sowie Beratungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit.

Die lebhafte Diskussion im vollbesetzten Plenum hat gezeigt, wo Unterstützungsbedarf für 100%-Erneuerbare-Energie-Regionen besteht: der Ausbau der Netze sollte vorangetrieben, „Verhinderungsplanungen“ für die Windkraft aufgehoben, rechtliche Instrumente angepasst und die kommunalen Finanzausgleichssysteme zu Gunsten strukturschwacher Kommunen und Regionen reformiert werden.

EnergieVerein diskutiert EEG-Erfahrungsbericht

Der Berliner EnergieVerein hat am 20.05.2011 den jüngst bekannt gewordenen Entwurf eines EEG-Erfahrungsberichts sowie den aktuellen Entwurfsstand über ein novelliertes EEG mit über 100 Teilnehmern auf den Berliner Energietagen diskutiert.

Referenten waren neben dem Abteilungsleiter des BMU (Herrn Dr. Urban Rid) die Spit-zenvertreter von BWE (Präsident Hermann Albers) und BSW (Geschäftsführer Carsten Körnig), der Generalsekretär des Sachverständigenrats für Umweltfragen (Prof. Dr. Christian Hey) sowie ein Vertreter der Deutschen Umwelthilfe (Dr. Gerd Rosenkranz).

Diskussionspunkte waren die Pläne zur Marktintegration der Erneuerbaren Energien durch Einführung einer sog. Marktprämie sowie die unterschiedlichen Anreize für die einzelnen Sparten der Erneuerbaren Energien. An der Diskussion nahmen auch Vertreter der Geothermie und Biomasse engagiert teil. Die Veranstaltung war nicht zuletzt aufgrund der lebhaften kontroversen Diskussion eine Bereicherung für die weitere Entwurfsdebatte.

„Energie nachhaltig konsumieren – nachhaltige Energie konsumieren“

Der Projektverbund „Energie nachhaltig konsumieren – nachhaltige Energie konsumieren“ hat im Rahmen der Berliner Energietage erfolgreich seine Schlusskonferenz durchgeführt.

Das interdisziplinäre Projekt wird seit März 2008 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und endet im Juni 2011. Im Zentrum des Projektes steht die Analyse des Wärmeenergiekonsums privater Haushalte, wobei neben dem Konsumenten auch bauliche Strukturen und die Nachhaltigkeit von Versorgungsoptionen Teil der Untersuchungen waren.

Handlungsempfehlungen für Politik und Praxisakteure greifen einige der zentralen Projektergebnisse auf und sollen zu einem nachhaltigen Umgang mit Wärmeenergie beitragen. Für die Berliner Energietagen wurden die Handlungsempfehlungen in Form einer Broschüre aufbereitet und dem Publikum vorgestellt Die Projektergebnisse sowie die Handlungsempfehlungen können auch unter der Projekthomepage http://www.nachhaltigerkonsum.com abgerufen werden.

Veranstaltung zu Förderprogrammen im Energiebereich zeigt Unternehmen die Unterstützungsmöglichkeiten für ihre Projekte auf!

Das Enterprise Europe Network Berlin-Brandenburg hat auch dieses Jahr wieder im Rahmen der Berliner Energietage eine Veranstaltung zu den Fördermöglichkeiten für Energieprojekte durchgeführt.

Auf der Veranstaltung am 20. Mai erhielten die Teilnehmer einen umfassenden Überblick zu den für den Energiesektor relevanten Unterstützungsmöglichkeiten auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Die Referenten stellten die verschiedenen Förderprogramme vor und standen den Teilnehmern für Fragen und Diskussion zur Verfügung.

  • © 2011 Berliner Energietag

Jürgen Pöschk
Berliner ImpulsE

c/o EUMB Pöschk
Oranienplatz 4
10999 Berlin
Tel.: 030 – 20 14 308 – 0
Fax: 030 – 20 14 308 – 10

www.berliner-impulse.de

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Über weltculture

Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. Unternehmenssozial„Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit zu integrieren.
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