Der Nachhaltigkeitspreis Logistik 2013 geht an Tchibo Verleihung beim 29. Logistik Dialog in Wien

Wien/Bremen. Preisträger des zweiten Nachhaltigkeitspreises Logistik, der jährlich gemeinsam von den Schwesterorganisationen BVL Österreich und BVL Deutschland ver-liehen wird, ist die Tchibo GmbH.

NPL 2013 an Tchibo

Das Unternehmen wird ausgezeichnet für sein umfas-sendes Projekt „Handeln mit Verantwortung“, bei dem Logistik eine zentrale Rolle spielt. „Wir freuen uns, dass mit Tchibo ein Vorbildunternehmen prämiert wurde, in dem Nachhaltigkeit seit Jahren fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist. Die umweltfreundliche und sozialverträgliche Gestaltung aller relevanten Prozesse – vom Ressourceneinsatz über die Herstellung der Produkte durch Lieferanten bis hin zur Entsorgung – ist maßgeblicher Faktor des Qualitätsverständnisses“, so Roman Stiftner, Präsident der BVL Österreich, und Prof. Thomas Wimmer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bun-desvereinigung Logistik Deutschland, über den Preisträger. Den Preis nahmen in Wien Marc-Stephan Heinsen, Director Supply Chain Management & Logistics, und Achim Lohrie, Direktor Unternehmensverantwortung, entgegen. Die Lauda-tio hielt der Vorsitzende der siebenköpfigen Fachjury DI Dr. Christian Plas, Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der denkstatt GmbH, Wien. Laut der Begründung der Jury verfolgt Tchibo einen strategisch verankerten und ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz, der in der Tchibo-Logistik konsequent entlang der gesamten Supply Chain durch aktive Einbindung der Lieferanten, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kunden, umgesetzt wird.

Tchibo hat sein Projekt im Jahr 2006 begonnen. Damals wurde Nachhaltigkeit als integra-ler Bestandteil in der Unternehmensstrategie verankert und – wie das Unternehmen selbst sagt – der Weg zu einer sehr umfassend nachhaltigen Geschäftstätigkeit einge-schlagen. „Auf diesem Weg ist unser Preisträger ein beachtliches Stück vorangekommen. Das ehrgeizige Ziel ist noch nicht erreicht. Aber es wurde ein kontinuierlicher Verbesse-rungsprozess in Gang gesetzt, der tief in alle Funktionen des Unternehmens hineinreicht. Dazu gehören in vorbildlicher Weise Logistik und Supply Chain Management“, so der Juryvorsitzende in seiner Laudatio.

Bei Transport, Umschlag und Lagerung kombiniert Tchibo drei Maßnahmen: die Vermeidung von Transporten, den Modal Split und C02-Reporting für die Logistik.

Dies alles schlägt sich messbar nieder: Seit 2006 analysiert, erfasst und bilanziert Tchibo die transportbedingten CO2-Emissionen im Rahmen des Klimaschutzprojektes LOTOS (Logistics towards Sustainability), das in Kooperation mit dem deutschen Bundesum-weltministerium und der Technischen Hochschule Hamburg-Harburg ins Leben gerufen wurde. Seit 2006 hat Tchibo die CO2-Emissionen um rund 40 Prozent absolut reduziert – und dies trotz Mengenwachstum.

Im Mittelpunkt der Transportstrategie steht die Nutzung von See- und Binnenschiff sowie der Bahn. Beim Seeverkehr wird dabei auf eine exakte Planung gesetzt, die es ermöglicht, auf Geschwindigkeit zu verzichten und so die Emissionen deutlich zu reduzieren. Der Einsatz von LKW-Transporten konnte zu Gunsten der Bahn verschoben werden.

„Tchibo hat mit seinem Nachhaltigkeitsprojekt die Latte sehr hoch gelegt – und setzt damit in vieler Hinsicht Maßstäbe für andere Unternehmen“, so die abschließende Einord-nung des Juryvorsitzenden DI Dr. Christian Plas.

Neben dem Paradigma, die Prozesse effektiv und effizient zu gestalten, berücksichtigt das Unternehmen in seinen Entscheidungen systematisch Umweltaspekte und soziale Überlegungen. Dies gilt gleichermaßen für „Kaffee“ wie auch für „Gebrauchsartikel“.

Beispiele:

1. Im Bereich „Kaffee“ – aber auch bei Holz und Baumwolle – fördert Tchibo den nach-haltigen Anbau. In jedem Einkaufskontrakt sind seit 2006 Verhaltenskodizes enthalten und das Unternehmen unterstützt auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen aktiv mit einem langfristig angelegten Trainingsprogramm in Asien. Seit 2009 sind al-le in den Tchibo-Filialen ausgeschenkten Kaffeegetränke als nachhaltig zertifiziert, die espresso-basierten Getränke sind Fairtrade gesiegelt. 2011 stammten rund 13 Pro-zent der von Tchibo verarbeiteten Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau, das Ziel für 2012 lag bei 22 Prozent.

2. Bei Holzprodukten und Papier entsprechen die von Tchibo eingesetzten Rohstoffe den Anforderungen des Forest Stewardship Council (FSC). Wo diese nicht greifen, setzt Tchibo ein gemeinsam mit dem WWF entwickeltes Nachverfolgungssystem, den Fo-rest Tracking Standard, ein.

3. Im Bereich „Gebrauchsartikel“ steht der Ausbau längerfristiger strategischer Partner-schaften verbunden mit einer Reduzierung der Produktionsstätten im Fokus. Die Zahl der für Tchibo produzierenden Unternehmen wurde von 2010 auf 2012 im Sinne einer nachhaltigen Lieferantenstruktur um rund 13 Prozent reduziert. Grundlage jeder Ge-schäftsbeziehung ist der „Social and Environmental Code of Conduct“.

4. Bei der Verpackung der Gebrauchsartikel wird auf PVC verzichtet. Und es geht auch oft um wichtige Details: Eine Verpackungsrichtlinie regelt, dass bei Aufdrucken schwermetallarme und lösemittelfreie Druckfarben zum Einsatz kommen.

Die speziell für den Nachhaltigkeitspreis geschaffene Preisskulptur „open end“, die zu-sammen mit der Urkunde überreicht wurde, ist das Werk des Cuxhavener Künstlers An-dreas Green. Die Skulptur besteht aus den Naturmaterialien Holz, Leim, Sand und Pig-ment – ganz im Sinne des Gedankens der Nachhaltigkeit.

Hintergrund zum Nachhaltigkeitspreis Logistik:

Für den Nachhaltigkeitspreis Logistik sind Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistung sowie realisierte kooperative Forschungsprojekte zugelassen. Es können Arbeiten und Lösungen prämiert werden, die dem ganzheitlichen logistischen Grundsatz entsprechen und in allen drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie, Ge-sellschaftliche Verantwortung – relevante Ergebnisse ausweisen.

Der Jury für den Nachhaltigkeitspreis Logistik 2013, für deren ehrenamtliches Engage-ment sich die beiden Verbände auf das Herzlichste bedanken, gehörten an:

DI Dr. Christian Plas, Vorsitzender der Jury, Gründer und Geschäftsführender Gesell-schafter, denkstatt GmbH, Wien

Dr. Dagobert Achatz, Umweltschutzbeauftragter, Audi AG, Ingolstadt, Preisträger 2012

Anke Dahlke, Country Supply Chain Manager Germany/Austria, Sara Lee Coffee & Tea Germany GmbH, Köln

Univ. Prof. Mag. Dr. Manfred Gronalt, Institutsleiter, Institut für Produktionswirtschaft und Logistik, Universität für Bodenkultur, Wien

Susanne Meier, Vice President Corporate Social Responsibility, Deutsche Post DHL, Bonn

Petra Mostberger, Leitung Supply Chain Management, dm-drogeriemarkt GmbH & Co. KG, Karlsruhe

Mag. Arnulf Wolfram, Sector Cluster Lead Infrastructure & Cities, Siemens AG, Wien

Rückfragen an:

BVL

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Über weltculture

Corporate Social Responsibility (CSR) bzw. Unternehmenssozial„Konzept, das den Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit zu integrieren.
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