Bazaar Berlin: Fair Trade Egypt präsentiert neue Kollektion im „Pharaonen-Stil“

Berlin, 6. November 2014 – Doppelpremiere auf dem Bazaar Berlin: Zur internationalen Verkaufsausstellung unter dem Funkturm gehört erstmals ein eigener Bereich für Fairen Handel – der FAIR TRADE MARKET. Hier erlebt die neue Kollektion des Handelsverbandes ägyptischer Kunsthandwerker (Fair Trade Egypt) am 12. November ihre Europapremiere. Die Kollektion aus Wohnaccessoires und Kunstgegenständen trägt den Titel „Shades of Ra“. Sie transportiert die Atmosphäre der Pharaonenzeit mit erdigen Farbtönen, Olivenbaumhölzern und Symbolen von alten Göttern und Göttinnen in die Moderne. Hochwertige Textilien, in uralter Webtechnik entstanden, oder mit Beduinenstickereien versehene Bezüge erzählen von Oasen und Pyramiden. Jeder Gegenstand ist ein Unikat.

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Fair Trade Egypt bedeutet heute: 2.300 Handwerker arbeiten in 34 Kunsthandwerksbereichen in 13 ägyptischen Regierungsbezirken an über 500 verschiedenen Produkten. 90 Prozent der Beschäftigten sind weiblich.

Wirtschaftliche und soziale Analyse in allen Regionen

Dass die Organisation mit optimistischen Schritten voran geht, ist wesentlich Mona El Sayed, der 38jährigen Geschäftsführerin, zu verdanken. Sie kam nach einem Wirtschaftsstudium in Kairo und einem MBA an der Universität Maastricht im Jahr 2003 zu der Organisation, die damals noch „Egypt Crafts“ hieß und Schwierigkeiten mit der Kostendeckung hatte.

Ein ganzes Jahr lang besuchte Mona El Sayed die Kunsthandwerker in den verschiedenen Regionen Ägyptens. „Wir hatten einen großen Fragenkatalog, nicht nur zu ihren Techniken und Materialien, sondern auch zu ihren sozialen und wirtschaftlichen Verhältnissen. Dann analysierten wir, wo sie am meisten Unterstützung benötigen und welche Werte wir insgesamt liefern können.“ Für Mona El Sayed stand fest: Es funktioniert nur mit den Prinzipien des Fair Trade. Nach einem Jahr wurde die Organisation in „Fair Trade Egypt“ umbenannt.

„Ich wollte mich für eine sinnvolle Veränderung einsetzen“

Warum wählte sie diese aufwendige Tätigkeit? „Ich gehöre zu den wenigen jungen privilegierten Frauen in Ägypten, die eine gute Ausbildung und viele Möglichkeiten haben.“ Vor ihrem Einsatz für Fair Trade Egypt reiste sie über zwei Jahre lang für den Konzern Procter & Gamble durch die Welt.

Aber der lukrative Job machte sie auf Dauer nicht glücklich. „Ich wollte meine Bildung für etwas Nützliches, für eine sinnvolle Veränderung einsetzen.“ Mona El Sayed gehört seit 2009 zum Vorstand der weltweiten Fair Trade Organisation (WFTO). Sie ist dort überhaupt die erste und einzige Nordafrikanerin seit der WFTO-Gründung 1964.

Die erste Begegnung mit den Kunsthandwerkerinnen war für sie ausschlaggebend: „Sie produzieren sehr schöne Dinge und keiner kümmert sich um sie, weder um ihr Handwerk noch um ihr Wohlbefinden. Meine erste Motivation war, ihr Leben zu verbessern. Meine zweite Intention war, dieses kulturelle Erbe, das auch Teil meiner Geschichte ist, vor dem Verschwinden zu bewahren.“ Seit zwölf Jahren setzt sie sich leidenschaftlich hierfür ein.

Fair Trade Egypt wurde zum Vorbild

Fair Trade Egypt unterstützt gezielt die typisch ägyptischen Kunsthandwerker, die – allein und oft auch noch marginalisiert – auf dem globalisierten Markt allein keine Chance hätten. Sie sollen ihre Fertigkeiten nicht nur bewahren, sondern weiter entfalten und von ihrer Hände Arbeit leben können. Fair Trade Egypt bietet Hilfe in der Produktentwicklung, vermittelt in Workshops technisches und wirtschaftliches Wissen und kümmert sich um gesundheitliche Vorsorge und Alphabetisierung. Von der ägyptischen Regierung erhält die Organisation keinerlei Unterstützung. Mittlerweile ist Fair Trade Egypt in Ägypten ein Vorbild dafür, dass soziale Unternehmen existieren können.

Fair Trade Egypt in Kairos Botschafterviertel

Ein erster 2004 gegründeter „Fair Trade Egypt“- Laden in Kairos Zentrum „Zamalek“ sprach vor allem Touristen an. Kurz nach der Revolution wurde 2012 in Kairos Botschafterviertel „Maadi“ ein zweites Geschäft etabliert. Der Laden mit einem kleinen Garten will beweisen, dass traditionelle ägyptische Produkte sehr gut in das moderne Leben passen. Er soll verstärkt Ägypter und Diplomaten ansprechen. Die Investition in den heimischen Verkaufsmarkt lohnte sich, die Verkäufe erhöhten sich seit Anfang des Jahres. Der Export liegt derzeit bei etwa 50 Prozent. Abnehmer sind in den USA die Fair Trade-Händler „Ten Thousand Villages“ und „SERRV“, in Italien ist es „Altromercato“.

„Eine außerordentlich zuverlässige Organisation“

Deutschland ist der größte Markt für Fair Trade Egypt in Europa. Exklusiver Abnehmer in Deutschland ist seit 2006 „Feluka Trading“. Das Unternehmen ist vom 12. bis 16. November ebenfalls in Halle 14.1. vertreten. Geschäftsführerin Brigitte Brugger freut sich über die gute Handelsbeziehung: „Fair Trade Egypt arbeitet stark und mutig daran, die Wertschätzung für die traditionelle Handwerkskunst auch in Ägypten am Leben zu halten. Es ist wirklich toll, wie zielstrebig und beharrlich die Organisation arbeitet. Während der politischen Umwälzungen hat Fair Trade Egypt große Anstrengungen unternommen, dass die Produzenten weiterhin beschäftigt sind. Fair Trade Egypt ist eine außerordentlich zuverlässige, langfristig planende Organisation, zu der wir ein Riesenvertrauen haben.“

Manfred Schumacher, Vorstand von „Fairband – Bundesverband für fairen Import“, gleichfalls beim Fair Trade Market dabei, unterstreicht ein Alleinstellungsmerkmal von Fair Trade Egypt: „Eine Besonderheit ist, dass es sich um einen nationalen Fair Trade Verband handelt. In vielen Ländern sind die Fair Trade Produzenten nicht so gut organisiert wie in Ägypten. Dieser Verband ist da eine sehr positive Ausnahme.“

Über Bazaar Berlin
Als „Partner des Fortschritts“ im Jahre 1962 gestartet, fand die internationale Verkaufsausstellung für Kunsthandwerk, Schmuck, Textilien und Wohnaccessoires bis zum vergangenen Jahr unter dem Namen „Import Shop Berlin“ statt. Ab 2014 lädt die alljährlich im November stattfindende Veranstaltung ihre Besucher mit neuem Konzept unter dem Namen „Bazaar Berlin“ in die Messehallen am Funkturm ein. Premiere hat dabei auch der FAIR TRADE MARKET. In diesem Messebereich werden nur Produkte ausgestellt, die den Kriterien des Fairen Handels genügen. Zum Bazaar Berlin werden wieder mehr als 40.000 Besucher erwartet, überwiegend aus Berlin und Brandenburg, aber auch aus anderen Bundesländern Deutschlands sowie aus dem Ausland. An mehr als 500 Messeständen gibt es ein breites Angebot hochwertiger Waren aus rund 60 Ländern aller Kontinente. Veranstalter des Bazaar Berlin ist die Messe Berlin GmbH. Mehr unter http://www.bazaar-berlin.de.
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